Geschichte

Die „Villa di Meleto“ – ein geschichtsträchtiger Ort

Die Villa di Meleto ist eine historische Adelsvilla, die 1569 in den Besitz der Familie Ridolfi überging und sich bis heute im Besitz der Familie befindet. Sie wurde berühmt durch den Marchese Cosimo Ridolfi (1794-1865), eine der führenden Figuren des Risorgimento der Toskana des 19. Jahrhunderts. Er war Mitglied in zahlreichen Vereinen und gelehrten Gesellschaften, war während der Revolution von 1848 Staatsminister und 1859 bis 1860 Außenminister der Toskana.

Cosimo Ridolfi

Auf seinem Landgut Meleto gründete Cosimo Ridolfi 1834 das erste Agrarinstitut Italiens, in dem landwirtschaftliche Innovationen in Form von neuen Geräten und Anbaumethoden erforscht, erprobt und propagiert wurden. Bis zu 30 Studenten waren in der Scuola Agraria di Meleto eingeschrieben und absolvierten hier ein theoretisch und praktisch angeleitetes Studium der modernen Landwirtschaft. 1840 wurde das Agrarinstitut an die Universität Pisa verlagert. Dort wurde Cosimo Ridolfi auf den ersten Lehrstuhl für Agrarwissenschaften in Italien berufen.

In Meleto erfanden Cosimo Ridolfi und sein Gutsverwalter Agostino Testaferrata in den 1820er Jahren neue Bewässerungsmethoden, die sog. ?sistemazione a spina?. Es handelt es sich hierbei um ein System von Gräben, mit denen die Erosion des hügeligen Bodens verhindert und die gleichmäßige Verteilung des fruchtbaren Bodens erreicht wurde. Der Name ? ?sistemazione a spina? – leitet sich ab von dem Fischgrätenmuster, dass man bei der Betrachtung des Hügels von weitem erkennen kann. Eine ?sistemazione a spina? ist in Meleto restauriert worden und kann dort besichtigt werden (siehe Foto unten).

Von 1837 bis 1853 fanden in Meleto regelmäßig landwirtschaftliche Tagungen statt, bei denen große, mittlere und kleine Landeigentümer mit Gelehrten der Region zusammen trafen. Neue landwirtschaftliche Geräte und Maschinen wurden vorgestellt, Vorträge über neue Methoden des Anbaus wurden gehalten und Ausstellungen von Agrarprodukten organisiert. Diese Tagungen trugen einerseits erfolgreich dazu bei, dass das neue landwirtschaftliche Wissen zur Anwendung gebracht wurde. Andererseits zielten sie aber auch darauf ab, den sozialen Frieden und die soziale Ordnung in der Toskana aufrecht zu erhalten.

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